Holzapotheken
Da eine Taschenapotheke nicht nur haltbar sondern auch optisch ansprechend sein sollte steht bei allen unseren Holzprodukten am Anfang kein Brett, sondern ein unbearbeitetes Stück Massivholz.
Nachdem eine, von der Maserung her, geeignete Stelle ausgemacht ist, wird das Holz auf Maß gehobelt und in eine erste Form gebracht.
Anschließend werden, je nachdem welche Arzneimittelgefäße die Taschenapotheke aufnehmen soll, exakt passende Vertiefungen ausgefräst und der Rohling mehrmals von Hand geschliffen und nachbearbeitet, bis die Oberflächen makellos glatt und alle Kanten perfekt abgerundet sind.
In einem letzten Arbeitsschritt wird das Holz mit natürlichen Ölen eingelassen und mehrmals poliert. Dies unterstreicht die natürlichen Farben und imprägniert die fertige Apotheke gegen Feuchtigkeit und Schmutz.
Aus Liebe zum Detail legen wir natürlich auch bei den Scharnieren und Verschlüssen größten Wert auf Qualität und Langlebigkeit. So begleitet Sie Ihre Taschenapotheke ein Leben lang.
Lederapotheken
Wenn man wirklich hochwertige Taschenapotheken herstellen will ist, neben sorgfältiger Anfertigung, vorallem das Material entscheidend.
Für unsere Lederapotheken verwenden wir daher ausschließlich altsähmisch gegerbtes Leder Rothirschleder, welches als das feinste aller Wildleder gilt.
Dieses Leder ist mit Sicherheit deutschland- und vermutlich sogar europaweit einzigartig. Es wird nur noch von einer Gerberei in Süddeutschland hergestellt.
Die Entstehung unserer Lederapotheken beginnt mit in Salz eingelegten oder getrocknetern Rohhäuten.
Diese werden zunächst für einige Tage in einer Grube eingeweicht und gewässert.
Danach kommen ca. 200 Hirschfelle zusammen in den Äscher. Dies ist eine Kalkbrühe, in der sie vier bis sechs Wochen lang quellen, damit sich die Haare lockern. Obwohl die Haare teilweise mit der Maschine entfernt werden können wird auch hier noch großteils von Hand mit dem Schaber auf dem Gerbstock gearbeitet.
Anschließend müssen die Häute für weitere vier Wochen in den Äscher, damit als nächstes das Unterhautbindegewebe und die Narbenschicht entfernt werden können. Dieser Zwischenschritt ist wesentlich für die spätere Weichheit des Leders.
Ist die Narbenschicht schließlich mit dem Schaber entfernt, hält man zum ersten mal reines, aber noch nicht konserviertes Leder in den Händen- die sogenannten "Blößen".
Diese müssen nun entkalkt werden, indem sie ohne Zugabe von Chemikalien mit viel Wasser ausgewaschen werden.
In unserem Fall werden die Blößen dazu, wie seit Jahrhunderten, in einem Bach gehängt.
Auch dieses Wässern im Bach wird nachweislich, europaweit, nur noch von dieser Gerberei mit Genehmigung der EU durchgeführt.
Nach einem weiteren Zwischenschritt, indem den Häuten das Wasser wieder entzogen wird, dem so genannten Abwälken und insgesamt schon drei Monaten Vorarbeit kann nun erst der eigentliche Gerbvorgang beginnen.
Das Problem der Sämischgerbung im Vergleich zu allen anderen Gerbarten besteht darin, dass als Gerbstoff Dorschtran, also das Fettöl des Dorsches, verwendet wird:
Da Haut aus ca. 70% Wasser besteht ist das Einbringen des Öls nur mittels zentnerschwerer Hämmer in einer so genannten Hammerwalk möglich. Auch diese ist deutschlandweit einzigartig und wird traditionell durch Wasserkraft angetrieben.
Durch das Walken und die dabei entstehende Erwärmung wird ein Oxydationsprozess des Dorschtrans mit Sauerstoff erreicht, der den Tran in verschiedene Aldehyd-Gerbestoffe umwandelt und so eine bleibende Gerbung erst ermöglicht. Diese Gerbung in der Walke ist eine zeitlich sehr aufwändige, arbeitsintensive und mit viel Erfahrung verbundene Gerbart. Dies ist ein Hauptgrund dafür, dass dieses Verfahren heute nur noch von einer Gerberei durchgeführt wird. Alle anderen Gerbereien haben ihre Gerbung auf schnellere, einfachere und problemlosere Methoden umgestellt. Damit ist allerdings ein Qualitätsverlust und erheblich höhere Umweltbeslastung in Kauf zu nehmen.
Nach ca. vier Wochen und einer reinen Walkdauer von mehreren Tagen ist der Gerbvorgang abgeschlossen und man hält das fertig gegerbte Leder in Händen.
Nun wird jedes Leder mit der Hand “gestrichen”. Man prüft dabei, ob noch Drüsen im Leder sind. Sie werden auf dem Streichbaum in Handarbeit entfernt. Der Gerber muss dabei mit viel Gefühl vorgehen, sonst bleiben Flecken und Striche zurück.
Weil sich nur ca. 2 bis 4 % des zugegebenen Dorschtrans in Gerbstoff umgewandelt haben, wird die Haut abschließend noch mehrmals in einem Sodabad ausgewaschen und zum Trocknen aufgehängt. Zurück bleibt nur ein feiner und dezenter Lederduft.
Dann erfolgen die Zurichtearbeiten am Leder.
Zunächst müssen die getrockneten Leder wieder weich gemacht werden, man bezeichnet diesen Vorgang als “stollen”.
Danach müssen die Leder wieder mit einem Schmirgel geschliffen werden, damit ein feiner Velours- oder Wildledereffekt erreicht wird. Die Stärke wird egalisiert (gefalzt) und anschließend kann es gefärbt werden.
Bei der Sämischlederfärbung wird eine so genannte Bürstenfärbung vorgenommen, bei welcher die Leder auf einer Glasplatte aufgestoßen werden und die Farbe mit Fixierung durch mehrmaliges Bürsten, ebenfalls von Hand, auf die Vorderseite des Leder aufgetragen wird.
Als Farbstoff werden ausschließlich Naturstoffe wie Blau- und Gelbholzextrakte oder sogenannte Erdfarbstoffe verwendet.
Nach anschließendem Trocknen, Stollen, nochmaligem Schleifen, Nachegalisieren und anschließendem Polieren der Farbe hält man dann das feinste aller Leder, das altsämisch gegerbte Wildleder in Händen, welches an Qualität von keinem anderen Leder übertroffen wird.
Dieser gesamte Gerbvorgang hat nun ca. ein Jahr in Anspruch genommen, beinhaltet ca. 30 Arbeitsschritte und hunderte von Handgriffen.
Erst jetzt ist das Leder komplett fertig und wird auf Ihren Wunsch hin ausgewählt, zugeschnitten und im Betrieb zu einer einzigartigen Taschenapotheke vernäht.